Aktuelle Ausgrabungen
Die Ausgrabung der römische Zivilsiedlung (lateinisch: vicus) von Bonn im Areal des Internationalen Kongresszentrums Bundeshaus Bonn auf dem Gelände des United Nations Congress Center (IKBB/UNCC)
Im Vorfeld der Errichtung des Internationalen Kongresszentrums führte die Rheinische Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland vom 2. Mai bis 31. Dezember 2006 im ehemaligen Regierungsviertel Grabungen durch. Dabei kamen großflächige Strukturen der römischen Zivilsiedlung (vicus) von Bonn ans Tageslicht. Diese erstreckte sich südlich des Legionslagers am Rhein entlang. Seine Blüte hatte der vicus im 2. und 3. Jahrhundert.
Grabungsfunde
Entdeckt wurden Streifenhäuser, wie sie für einen römischen vicus charakteristisch sind. Gefunden wurden auch Nachweise für einen Töpfer. Hier konnte man erkennen, wo die Töpferscheibe gestanden hatte. Die Existenz eines Glasbläsers konnte man anhand von Fragmenten eines Glashafens, in dem die Glasmasse zum Schmelzen gebracht wurde, nachweisen. Gefundene Schlacke und Werkzeuge gehörten einem Schmied. Außerdem fand man deutliche Hinweise auf einen Müller. Dessen Mühle hatte an dem Kanal vor den Häusern gestanden. Zudem entdeckten die Ausgräberinnen und Ausgräber einen ausgezeichnet erhaltenen Ziegelofen.
Unerwartet waren die Nachweise einer Thermenanlage, eines gallo-römischen Umgangstempels sowie eines repräsentatives Bauwerks, das mit seiner Front zum Rhein hin orientiert war. Zum Teil sind die Reste dieser Bauten für das Rheinland einzigartig gut erhalten. Daher entschloss man sich, die wichtigsten Teile der Thermenanlage in den Neubau des Kongresszentrums zu integrieren und auf Dauer sichtbar zu machen. Dafür mussten sie in einem technisch aufwendigen Verfahren ein Stück versetzt werden.