Überleben – Schöner Leben
Gideon Karnath, Lebensbild des homo erectus.Die vier Elemente Feuer / Wasser / Erde / Luft bestimmen bis heute unser Leben. Wir haben gelernt, uns - soweit es irgend geht - vor ihren Gefahren zu schützen und sie uns zu Nutze zu machen.
Steinzeit und Metallzeiten
Schon die ältesten im Rheinland bekannten Menschen aus der Art „homo erectus" (der aufrecht gehende Mensch) wussten, wie man Steine bearbeitet, damit sie als Werkzeuge dienen konnten.
Bereits vor 300.000 Jahren erleichterten sie sich so die Arbeit des Schneidens und Anspitzens und damit auch die Jagd.
Blick in den Raum mit dem inszenierten Brunnen von Kückhoven, um 5.300 bis 5.200 vor Christus. Foto: A. SchiblonDer Brunnen von Erkelenz–Kückhoven, der größte jungsteinzeitliche Holzbrunnen der Welt, diente den Menschen vor mehr als 7.300 Jahren zur bequemen Versorgung mit Wasser in der Nähe ihrer Siedlung.
Bronzeschwert, Fundort: aus der Niers bei Grefrah-Oedt, mittlere Bronzezeit, 1575 – 1200 vor Christus.Seitdem bekannt war, wie Bronze und später Eisen hergestellt werden konnte, erweiterten sich die Möglichkeiten, kostbare Geräte, Schmuck und Waffen herzustellen.
Römische Kultur
Römischer Krater aus blauem Glas.Einen weiteren Höhepunkt erreichte die einheimische Handwerkskunst, nachdem das Rheinland von Caesar erobert worden war. Das Römische Reich stationierte dort mehrere Legionen. Als positive Folge der Eroberung hielt die überlegene Mittelmeerkultur Einzug. Neu und besonders wertvoll waren Glasgefäße.
Fränkische Bügelfibeln, Silber, vergoldet. Foto: Schafgans
Fränkische Sitten und Leben im frühen Mittelalter
Die Machtübernahme durch die Franken im 5. Jahrhundert nach Christus bedeutete keinen radikalen Bruch. Bereits seit dem 4./5. Jahrhundert siedelten Franken im linksrheinischen Gebiet. Charakteristisch war ihre Sitte, die Toten in Reihengräbern zu bestatten. Die dort bei Ausgrabungen gefundenen, teilweise kostbaren Grabbeigaben sind für die Forscher eine wichtige Quelle. Sie spiegeln den sozialen Status der Verstorbenen wider.
Die Funde aus der Niederungsburg bei Haus Meer erzählen, wie die Menschen im Frühen Mittelalter auf einem kleinen Adelssitz lebten und arbeiteten.
Krevel: Bildnis der Henriette Stumm.
Porträts
Von den Eigentümern der Objekte, die bisher gezeigt wurden, gab es zumeist keine bildlichen Darstellungen. Ab dem 16. Jahrhundert sehen Porträts den Besucher direkt an. Teils stolz, auch abweisend, teils in der Familie präsentieren sie sich als unverwechselbare Individuen. Zugleich vermitteln sie ihren Lebensstil – herausgehoben aus der gesichtslosen Masse derer, die es sich nicht leisten konnten, schöner zu leben.